Anatomie des N. suprascapularis
Der N. suprascapularis entspringt dem Truncus superior des Plexus brachialis, hauptsächlich aus den Nervenwurzeln C5 und C6. Vom lateralen Hals verläuft er posterolateral zur Scapula und tritt in die Incisura scapulae ein, wo er gewöhnlich unter dem Ligamentum transversum scapulae superius verläuft.
Nach Eintritt in die Fossa supraspinata verläuft der Nerv unterhalb des M. supraspinatus und gibt motorische Äste an diesen Muskel ab. Anschließend zieht er lateral und posterior um die Spina scapulae durch die Incisura spinoglenoidalis in die Fossa infraspinata, wo er den M. infraspinatus innerviert.
Der N. suprascapularis innerviert somit zwei wichtige Muskeln der Rotatorenmanschette:
M. supraspinatus – leitet die Abduktion der Schulter ein und trägt zur glenohumeralen Stabilität bei.
M. infraspinatus – bewirkt die Außenrotation der Schulter und trägt ebenfalls zur dynamischen Stabilisierung des Humeruskopfes bei.
Zusätzlich zu seiner motorischen Funktion gibt der N. suprascapularis sensible Gelenkäste an das Glenohumeralgelenk und das Akromioklavikulargelenk ab, wodurch er bei Schulterschmerzen und einer Kompression des N. suprascapularis klinisch bedeutsam ist.