Die sonografische Untersuchung des N. suprascapularis ist in der PMR besonders wichtig bei Patienten mit posterioren Schulterschmerzen, Schwäche der Schulterabduktion oder Außenrotation, Verdacht auf eine Denervierung des M. supraspinatus oder M. infraspinatus oder Symptomen im Zusammenhang mit Überkopfaktivitäten und Traktionsverletzungen. Sie ermöglicht die direkte Darstellung des Nervs in Beziehung zur Incisura scapulae, zur A. suprascapularis, zum Lig. transversum scapulae superius und zur Incisura spinoglenoidalis.
Die Sonografie kann dazu beitragen, eine Nervenschwellung, eine fokale Kompression, den Verlust des faszikulären Musters oder sekundäre Muskelveränderungen zu erkennen, und kann bei der Differenzierung einer supraskapulären Neuropathie von einer zervikalen Radikulopathie, einer Beteiligung des Plexus brachialis oder einer Pathologie der Rotatorenmanschette helfen. Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit des Seitenvergleichs und der gezielten Beurteilung des Nervs in anatomisch vulnerablen Regionen, insbesondere im Bereich der Incisura scapulae und der Incisura spinoglenoidalis.