Die Anatomie des m. biceps brachii ist ein wichtiger Bestandteil der muskuloskelettalen Sonografie in der Rehabilitation, Orthopädie und Sportmedizin, da dieser Muskel die Funktion von Schulter und Ellenbogen wesentlich beeinflusst und häufig Ursache von Schmerzen und Bewegungsstörungen ist. Kenntnisse über seinen zweiköpfigen Aufbau, den Verlauf des Muskelbauchs und die distale Sehne sind für die korrekte Beurteilung von Ultraschallbefunden unerlässlich.
Proximal wird der Bizeps durch den langen und den kurzen Kopf gebildet. Der lange Kopf verläuft im sulcus intertubercularis humeri und ist sonografisch gut als ovale fibrilläre Struktur darstellbar. Der kurze Kopf entspringt am processus coracoideus und verläuft weiter medial und oberflächlicher.
Im mittleren Abschnitt des Oberarms vereinigen sich beide Köpfe zu einem gemeinsamen Muskelbauch, der oberflächlich über dem m. brachialis liegt. In der sonografischen Darstellung weist er eine typische Spindelform und eine homogene Muskelarchitektur auf. Dieser Bereich ist bei der Beurteilung von Muskelläsionen, Hämatomen oder Ödemen wichtig.
Distal geht der Bizeps in eine distale Sehne über, die an der tuberositas radii ansetzt. Dieser Abschnitt ist funktionell für die Ellenbogenflexion und die Supination des Unterarms bedeutsam und für die Diagnostik partieller und vollständiger Rupturen unerlässlich. Die Untersuchung kann auch die Darstellung der Bursa bicipitoradialis umfassen.