Ultraschalluntersuchung
Untersuchungsprotokoll
Nervus radialis im Verlauf der oberen Extremität
- Axilla
- Brachium
- Ellenbogen
Oberflächlicher Ast des Nervus radialis
- Ellenbogen
- Unterarm
- Carpus
Tiefer Ast des Nervus radialis
- Ellenbogen
- Unterarm
- Carpus
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1. N. radialis im Verlauf an der oberen Extremität


Abbildung 1. Axilla, Transversalebene. A: A. axillaris, M: N. medianus, U: N. ulnaris, R: N. radialis, mc: N. musculocutaneus.
Transversaler Ultraschallschnitt durch die Axilla. Das Bild zeigt die A. axillaris (A), die als wichtigste Leitstruktur zur Identifizierung der Nervenanteile des Plexus brachialis dient. Der N. radialis (R) liegt in dieser Projektion dorsal der A. axillaris. In der Nähe des Gefäßes sind außerdem der N. medianus (M), der N. ulnaris (U) und der N. musculocutaneus (mc) sichtbar. Das Bild erfasst zudem die umgebenden Muskelstrukturen, insbesondere den M. coracobrachialis und den M. triceps brachii, sowie die Kontur des Humerus.


Abbildung 2. Oberarm, Transversalebene. A: a. brachialis/axillaris, M: n. medianus, U: n. ulnaris, R: n. radialis.
Transversaler sonografischer Schnitt des Oberarms. Der N. radialis (R) verläuft in dieser Projektion zwischen dem langen und dem medialen Kopf des M. triceps brachii an der dorsalen Seite des Humerus. Das Bild zeigt außerdem die Arterie (A) mit angrenzenden Nervenstrukturen, insbesondere den N. medianus (M) und den N. ulnaris (U). Zu den erfassten umgebenden anatomischen Strukturen gehören der M. coracobrachialis, der M. triceps brachii und die knöcherne Kontur des Humerus.
Klinischer Hinweis
Im proximalen Abschnitt des Oberarms und in der Axilla kann der n. radialis durch Kompression infolge unsachgemäßer Verwendung von Achselstützen betroffen sein, was zur Entwicklung einer sogenannten Krückenlähmung führt. Die Sonografie kann helfen, die Kompressionsstelle zu lokalisieren und mögliche Veränderungen des Nervenkalibers oder der Echostruktur zu beurteilen.


Abbildung 3. Brachium, Transversalebene. R: n. radialis.
Transversaler sonografischer Schnitt durch den Oberarm auf Höhe des sulcus nervi radialis. Der N. radialis (R) verläuft in dieser Darstellung entlang der posterioren Oberfläche des Humerus im sulcus nervi radialis, zwischen dem medialen und dem lateralen Kopf des m. triceps brachii. Das Bild zeigt die einzelnen Köpfe des m. triceps brachii – caput longum, caput mediale und caput laterale – sowie die knöcherne Kontur des Humerus.
Klinischer Hinweis
Im Bereich des Sulcus nervi radialis kann der n. radialis durch länger anhaltenden äußeren Druck auf den Arm komprimiert werden, typischerweise bei der sogenannten Saturday night palsy. Die Sonografie kann helfen, die Kompressionsstelle zu identifizieren und eine mögliche Verdickung des Nervs oder Veränderungen seiner Echostruktur zu beurteilen.


Abbildung 4. Brachium, Transversalebene. R: n. radialis.
Transversaler Ultraschallschnitt des Oberarms auf Höhe des Durchtritts des n. radialis (R) durch das laterale intermuskuläre Septum und seines Übergangs aus dem posterioren Kompartiment nach ventral. In dieser Projektion liegt der Nerv an der lateralen Oberfläche des Humerus in enger Beziehung zum lateralen intermuskulären Septum, zwischen den Muskelstrukturen m. triceps brachii und m. biceps brachii. Im Bild ist auch die knöcherne Kontur des Humerus sichtbar.


Figure 5. Brachium, transverse plane. R: n. radialis.
Transverse ultrasound section of the distal arm. N. radialis (R) is located in this projection between m. brachioradialis and m. biceps brachii on the ventrolateral aspect of the humerus. The image also shows surrounding muscle structures, particularly m. brachioradialis and m. biceps brachii, and the bony contour of the humerus.


Abbildung 6. Ellenbogen, Transversalebene. P: oberflächlicher Ast des N. radialis, S: tiefer Ast des N. radialis, B: Sehne des M. biceps brachii, ECRL: M. extensor carpi radialis longus, ECRB: M. extensor carpi radialis brevis.
Transversaler sonografischer Schnitt in der Ellenbogenregion. Der N. radialis verläuft in dieser Projektion zwischen dem M. brachioradialis und dem M. brachialis, wo er sich anschließend in einen oberflächlichen (P) und einen tiefen (S) Ast aufteilt. Der oberflächliche Ast setzt sich oberflächlicher fort, während der tiefe Ast tiefer in Richtung des Supinatorkanals zieht. Das Bild zeigt außerdem die umgebenden anatomischen Strukturen, insbesondere den M. brachioradialis, den M. brachialis, den M. extensor carpi radialis longus (ECRL), den M. extensor carpi radialis brevis (ECRB), die Sehne des M. biceps brachii (B) und die knöcherne Kontur des Humerus.
2. Oberflächlicher Ast des N. radialis


Abbildung 7. Cubitum, Transversalebene. P: oberflächlicher Ast des n. radialis, S: tiefer Ast des n. radialis, ECRL: m. extensor carpi radialis longus, ECRB: m. extensor carpi radialis brevis.
Sonografischer Querschnitt in der Ellenbogenregion. Auf dieser Höhe teilt sich der n. radialis in den oberflächlichen Ast (P) und den tiefen Ast (S). Beide Äste sind im Raum zwischen dem m. brachioradialis und dem m. brachialis dargestellt, in unmittelbarer Nähe zu den Muskeln des radialen Extensorenkompartiments, insbesondere zum m. extensor carpi radialis longus (ECRL) und zum m. extensor carpi radialis brevis (ECRB). Das Bild zeigt außerdem die knöcherne Kontur des distalen Humerus.


Abbildung 8. Antebrachium, Transversalebene. S: oberflächlicher Ast des n. radialis, ECRL: m. extensor carpi radialis longus, ECRB: m. extensor carpi radialis brevis, FDS: m. flexor digitorum superficialis.
Transversaler Ultraschallschnitt des proximalen Unterarms. Der oberflächliche Ast des n. radialis (S) verläuft in dieser Projektion unterhalb des m. brachioradialis, im Raum zwischen den Muskeln des radialen Kompartiments des Unterarms. Im Bild sind außerdem der m. extensor carpi radialis longus (ECRL), der m. extensor carpi radialis brevis (ECRB), der m. flexor digitorum superficialis (FDS) und die knöcherne Kontur des Radius sichtbar.


Abbildung 9. Antebrachium, Transversalebene. S: Ramus superficialis des N. radialis, Br: M. brachioradialis, ECRL: M. extensor carpi radialis longus, ECRB: M. extensor carpi radialis brevis, A: A. radialis.
Sonografischer Transversalschnitt des distalen Unterarms. Der Ramus superficialis des N. radialis (S) perforiert auf dieser Höhe die Faszie und kommt oberflächlicher zu liegen. Der Nerv ist zwischen dem M. brachioradialis (Br) und dem M. extensor carpi radialis longus (ECRL) dargestellt, in der Nähe des M. extensor carpi radialis brevis (ECRB) und der A. radialis (A). Im Bild ist auch die knöcherne Kontur des Radius sichtbar.
Klinischer Hinweis
Der Bereich, in dem der oberflächliche Ast die Faszie zwischen M. brachioradialis und M. extensor carpi radialis longus durchtritt, stellt eine mögliche Stelle der Nervenkompression dar, entsprechend dem klinischen Bild des Wartenberg-Syndroms.


Abbildung 10. Carpus, Transversalebene. S: oberflächlicher Ast des N. radialis, V: V. cephalica, EPB: M. extensor pollicis brevis, APL: M. abductor pollicis longus, ECRL: M. extensor carpi radialis longus, ECRB: M. extensor carpi radialis brevis.
Transversaler Ultraschallschnitt in der Handgelenksregion. Der oberflächliche Ast des N. radialis (S) liegt in dieser Projektion zwischen dem 1. und 2. dorsalen Kompartiment, d. h. zwischen den Sehnen des M. abductor pollicis longus (APL) und des M. extensor pollicis brevis (EPB) auf der einen Seite und den Sehnen des M. extensor carpi radialis longus (ECRL) und des M. extensor carpi radialis brevis (ECRB) auf der anderen Seite. In unmittelbarer Nähe des Nervs ist auch die V. cephalica (V) sichtbar. Im Bild ist zudem die Knochenkontur des Radius erfasst.
Klinischer Hinweis
In diesem Bereich kann der oberflächliche Ast des N. radialis bei einer Venenkanülierung oder Katheterisierung der Vena cephalica iatrogen geschädigt werden, da der Nerv in enger anatomischer Nachbarschaft zu ihr verläuft.
3. Tiefer Ast des N. radialis


Abbildung 11. Ellenbogen, Transversalebene. P: oberflächlicher Ast des n. radialis, S: tiefer Ast des n. radialis, ECRL: m. extensor carpi radialis longus, ECRB: m. extensor carpi radialis brevis.
Transversaler sonografischer Schnitt in der Ellenbogenregion auf Höhe der Teilung des n. radialis. In dieser Projektion sind seine beiden Endäste sichtbar – der oberflächliche Ast (P) und der tiefe Ast (S). Der tiefe Ast des n. radialis (S) zieht tiefer in den radialen Teil des Ellenbogens zum Supinatorkanal, während der oberflächliche Ast (P) oberflächlicher weiterverläuft. Das Bild zeigt außerdem die umgebenden Muskelstrukturen, insbesondere den m. brachioradialis, den m. brachialis, den m. extensor carpi radialis longus (ECRL), den m. extensor carpi radialis brevis (ECRB) sowie die knöcherne Kontur des Humerus.


Abbildung 12. Proximales Antebrachium, Transversalebene. S: tiefer Ast des N. radialis, P: N. interosseus posterior, F: Frohse-Arkade, ECRL: M. extensor carpi radialis longus, ECRB: M. extensor carpi radialis brevis.
Transversaler Ultraschallschnitt durch den proximalen Unterarm. Der tiefe Ast des N. radialis (S) tritt in den Supinatorkanal ein und verläuft unter der Frohse-Arkade (F), d. h. unter dem proximalen fibrösen Rand des M. supinator. Distal setzt er sich als N. interosseus posterior (P) fort. Das Bild zeigt außerdem die umgebenden Muskelstrukturen, insbesondere den M. brachioradialis, M. extensor carpi radialis longus (ECRL), M. extensor carpi radialis brevis (ECRB), M. supinator sowie die knöcherne Kontur des Radius.
Klinischer Hinweis
Die Frohse-Arkade stellt die häufigste Stelle einer Kompression des tiefen Astes des N. radialis / N. interosseus posterior dar und ist daher ein Schlüsselbereich bei der sonografischen Untersuchung bei Verdacht auf ein Interosseus-posterior-Syndrom oder ein Radialistunnelsyndrom.


Abbildung 13. Proximales Antebrachium, Transversalebene. P: N. interosseus posterior.
Transversaler Ultraschallschnitt des proximalen Unterarms. Der tiefe Ast des N. radialis tritt hier in den Supinatorkanal ein, wo er nach dem Durchtritt durch den M. supinator als N. interosseus posterior (P) weiterverläuft. In dieser Projektion liegt der Nerv nahe am Radius und ist von Muskelstrukturen des M. supinator sowie der oberflächlich gelegenen Extensorenmuskulatur des Unterarms umgeben.
Klinischer Hinweis
Der Supinatorkanal stellt eine mögliche Stelle der Kompression des tiefen Astes des N. radialis / N. interosseus posterior dar und ist daher bei der sonografischen Untersuchung bei Verdacht auf eine kompressive Beteiligung im Radialtunnel ein wichtiger Bereich.


Abbildung 14. Proximales Antebrachium, Transversalebene. P: N. interosseus posterior.
Transversaler sonografischer Schnitt durch den proximalen Unterarm. Der N. interosseus posterior (P) tritt auf dieser Höhe aus dem Supinatorkanal aus und verläuft weiter im tiefen Extensorenkompartiment des Unterarms. Der Nerv liegt in Nachbarschaft zum Radius, zwischen dem M. supinator und den weiter oberflächlich gelegenen Extensorenmuskeln. Das Bild zeigt außerdem Muskelstrukturen des Extensorenkompartiments und die knöcherne Kontur des Radius.


Abbildung 15. Mittleres Antebrachium, Transversalebene. P: n. interosseus posterior, ECU: m. extensor carpi ulnaris, EDM: m. extensor digiti minimi, EDC: m. extensor digitorum communis, EPL: m. extensor pollicis longus, EPB: m. extensor pollicis brevis, AbPL: m. abductor pollicis longus.
Transversaler Ultraschallschnitt durch den mittleren Abschnitt des Unterarms. Der N. interosseus posterior (P) verläuft hier im tiefen Extensorenkompartiment zwischen den einzelnen Muskelschichten in unmittelbarer Nähe der membrana interossea. Das Bild zeigt oberflächlich gelegene Extensorenmuskeln, insbesondere den m. extensor carpi ulnaris (ECU), den m. extensor digiti minimi (EDM) und den m. extensor digitorum communis (EDC), sowie die tiefer gelegenen Muskeln m. extensor pollicis longus (EPL), m. extensor pollicis brevis (EPB) und m. abductor pollicis longus (AbPL). Das Bild zeigt außerdem die Knochenkonturen von Ulna und Radius.


Abbildung 16. Carpus, Transversalebene. P: n. interosseus posterior, ECU: m. extensor carpi ulnaris, EDM: m. extensor digiti minimi, EPL: m. extensor pollicis longus.
Transversaler sonografischer Schnitt im Bereich des Handgelenks. Der N. interosseus posterior (P) wird auf dieser Höhe an der dorsalen Seite des distalen Unterarms erfasst, wo er in der dorsalen Handgelenkkapsel endet. Der Nerv verläuft in enger Nachbarschaft zu den Sehnenstrukturen des dorsalen Kompartiments, insbesondere angrenzend an das 4. dorsale Kompartiment, den m. extensor digiti minimi (EDM) und den m. extensor pollicis longus (EPL). Ulnarseitig ist der m. extensor carpi ulnaris (ECU) sichtbar. Das Bild zeigt außerdem die knöchernen Konturen von Ulna und Radius.
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